Going Down
Es gibt Dinge, die man lange weiß, bevor man sie ausspricht. Und dann gibt es den Moment, wo man sie aufschreibt. Wo sie aufhören, ein vager Gedanke zu sein, und anfangen, ein Versprechen zu werden. Das hier ist dieser Moment. Ich wiege über 160 Kilogramm. Das ist keine Überraschung für mich, war es lange nicht. Aber irgendwann wird aus „ich weiß das“ ein „ich tue jetzt was dagegen“, und dieser Punkt ist jetzt. Durch Medikamente, psychischem Zustand und anderen Faktoren wie Frustessen und Langeweile, ist hier ein Zustand aufgetreten, den ich mir selbst nicht mehr Eingestehen möchte.
Zusammen mit meiner Ernährungsberaterin haben wir einen konkreten Plan erarbeitet. Einen echten, nachhaltigen, medizinisch begleiteten Plan. Das Ziel: Unter 110 Kilogramm bis Ende Juli 2027. Das sind über 60 Kilogramm in gut einem Jahr. Rapide, ja; aber machbar, wenn man es richtig angeht. Und ich gehe es richtig an. Was das konkret bedeutet: Kalorienzählen. Bewegung. Regelmäßige Check-ins. Ehrlichkeit mit mir selbst, auch wenn’s unbequem wird. Ich mache das aus mehreren Gründen, und ich will ehrlich sein über alle davon.
Erstens: Gesundheit. Mein Körper sendet seit einer Weile Signale, die ich nicht weiter ignorieren kann. Das Gewicht belastet Gelenke, Kreislauf, Schlaf, den ganzen Apparat. Und ich bin nicht bereit, mit 38 so weiterzumachen wie bisher.
Zweitens: Energie. Ich habe Projekte, die mich fordern. NeonEyes, die Messe im Oktober, das zweite Buch, all das kostet Kraft. Und ich merke, dass mir Kraft fehlt. Nicht geistig. Aber körperlich. Wer mal drei Messetage mit über zehn Stunden auf den Beinen hinter sich hat, weiß, wovon ich rede. Nächstes Jahr will ich nach Tag drei noch aufrecht stehen.
Drittens: Körpergefühl. Das ist das persönlichste, also sag ich’s kurz: Ich will mich in meiner Haut wohler fühlen. Punkt. Ich möchte nächstes Jahr vielleicht mal ein Echte Katie-Crossplay versuchen. Das geht nicht, wenn ich mich selbst so sehr hasse, dass es in meiner Wohnung keine Spiegel gibt.
Jetzt kommt der Teil, warum ich das hier überhaupt öffentlich schreibe.
Ich brauche euch.
Nicht als Mitleidsfalle, nicht als Motivationscoach-Community mit täglichen Affirmationsposts. Aber ich kenne mich. Ich weiß, dass ich Gewohnheiten brauche, und ich weiß, dass externe Ankerpunkte helfen. Wenn ich weiß, dass ihr fragt, „Wie lief die Woche? Hast du getrackt? Wieviel bist du heute gelaufen?“, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich die Antwort darauf auch wirklich gut finde.
Also: fragt. Erinnert mich. Hakt nach. Wenn ich einen Post mache und nicht erwähne, wie’s läuft; fragt einfach. Kein Druck, kein Drama, einfach: hey, wie steht’s? Ich werde hier regelmäßig updaten. Nicht täglich, das wäre performativ. Aber regelmäßig. Fortschritte, Rückschläge, was funktioniert, was nicht. Ohne Schönfärberei.