Tschüss WordPress. War nett mit dir. Meistens.
Das musste ich erstmal sacken lassen, bevor ich es aufschreibe – nicht weil es eine schwere Entscheidung war; weil es sich irgendwie nach einem Abschluss anfühlt. WordPress war jahrelang das Fundament hier. Besonders geliebt habe ich es eher weniger, aber es war da, es funktionierte, und weil man halt WordPress nimmt, wenn man einen Blog macht. So wie man halt zu Google geht, wenn man was sucht. Weil alle es so machen.
Und genau das war das Problem.
Ich hab mich irgendwann dabei ertappt, wie ich einer Plattform vertraue, die mir gehört, also dem Inhalt nach, theoretisch, aber deren Infrastruktur ich weder kontrolliere noch vollständig verstehe. Plugins von irgendwem. Update-Abhängigkeiten, die ich pflegen muss, sonst bricht was. Ein Kommentarsystem, das Datenschutzfragen aufwirft und in 90% der Fälle sowieso nur Spam produziert. Eine Datenbank, die für das, was ich hier mache, ungefähr so überdimensioniert ist wie ein Containerschiff für einen Angelausflug.
No Future For One ist mein Jahresthema 2026, und das bedeutet für mich nicht nur persönliche Unabhängigkeit. Es bedeutet auch digitale. Sich aus den Anhängseln eines zentralisierten, einzigen Netzwerkes lösen. Weil ich schlicht der Überzeugung bin, dass Dinge, die mir wichtig sind, nicht auf Systemen laufen sollten, die ich nicht selbst in der Hand habe. Also hab ich mindofdex.de neu gebaut. Von Grund auf. PHP, selbst geschrieben, kein Framework, keine externen Abhängigkeiten, die ich nicht bewusst eingebaut hab. Der zukünftige Blog lädt schneller als je zuvor. Es gibt keine Cookie-Banner mehr, weil es nichts zu bannen gibt. Kein Tracking, kein Consent-Management-Popup, das sich durch drei Screens klickt. Nur Text, Layout, fertig.
Was wegfällt: die Kommentarfunktion. Ich weiß, das ist für manche ein Punkt. Aber ehrlich gesagt, habt ihr die Kommentarspalte hier wirklich vermisst, oder war sie einfach da? WordPress-Kommentare sind in der Praxis entweder leer, voll Spam, oder sie führen dazu, dass ich eine Moderationsinfrastruktur pflegen muss, die keiner braucht. Wenn ihr mit mir reden wollt (und das sollt ihr) dann findet ihr mich auf Discord und auf BlueSky. Dort sind echte Gespräche möglich, mit echten Menschen, in Echtzeit. Das ist mir lieber als ein Formularfeld unterm Post.
Was bleibt: alles andere. Alle alten Posts werden migriert. Wer hier liest, kriegt bald dasselbe wie vorher, nur schneller, sauberer, und ohne dass irgendein Plugin im Hintergrund beschließt, es sei Zeit für ein Sicherheitsupdate.
Das hier ist kein Anti-WordPress-Manifest. WordPress ist ein gutes Werkzeug. Aber es war mein Werkzeug für eine Phase, in der ich Struktur gebraucht hab, die jetzt nicht mehr nötig ist. Ich kann das selbst bauen. Also hab ich es gebaut.
No Future For One bedeutet auch: keine Ausreden mehr, warum man Dinge auslagert, die man selbst kann.
— Dex